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Samstag, 9. April 2022

Habeck präsentiert sein »Osterpaket« zur Energiewende

Robert Habeck

Die Energiewende muss von der Regierung vorangebracht werden und gehört zu den vordringlichesten Aufgaben. Mehr Energie aus Solar- und Windkraft, weniger fossile Brennstoffe: Die Bundesregierung will Erneuerbare Energien schnell und deutlich ausbauen.

Das sog. »Osterpaket« von Robert Habeck, mit dem sich das Bundeskabinett befasst hat, versucht, ambitionierte Ziele festzuschreiben. So soll der Anteil der Erneuerbaren am Stromverbrauch bis Ende des Jahrzehnts fast verdoppelt werden - und das bei deutlich höherem Strombedarf durch Elektroautos oder Wärmepumpen zum Heizen.

Habeck plant in der technologischen Ausgestaltung eine Solar- und Windkraft-Offensive - mit deutlich verbesserter Förderung für Solardächer, mit zusätzlichen Flächen für Windparks auf See und mit absehbar schnelleren Genehmigungsverfahren für neue und höhere Windräder an Land. Dem Ausbau der Erneuerbaren soll ein überragendes öffentliches Interesse zugeschrieben werden.

Das Land ist noch Lichtjahre davon entfernt, den eigenen Energiebedarf mit erneuerbaren Energien zu decken, braucht aber eine stabile Grundversorgung der Energie.

Die Energiewende ist notwendig, denn immer noch zu viele Energieunternehmen stützen sich noch auf Produktion aus Atom, Stein-und Braunkohle. Ein Anteil von 79 Prozent allein bei RWE.

Und sichergestellt werden sollte auf jeden Fall, daß mit dem gestern beschlossenen Importstopp russischer Kohle, nicht Kohle aus anderen Ländern mit schlechter Bilanz bei Arbeits-und Sozialstandards als Ersatz kommt. In der Börsensendung gestern Abend war von Kolumbien die Rede.

Tempo bei der zukunftsfähigen Energiegewinnung machen, erscheint angebracht und gut so, aber es gibt viele Hemmschuhe, die auf dem Weg überwunden werden müssen. Die Lobbyisten aus der die Zeichen der Zeit nicht sehen wollenden Energiewirtschaft haben lange genug gebremst und wohl endlich begriffen, dass sie auf verlorenem Posten stehen.

Ein weiterer Hemmschuh sind die nervigen Gutmenschen, die mit Bürgerinitiativen gegen Windkraft ein neues Hobby entdeckt haben. Die völlig überhöhten – und längst widerlegten - Zahlen von Vögeln die angeblich durch Windräder getötet werden gelten vielen nur als Vorwand, weil sie der Ansicht sind, Windräder würden die Landschaft verschandeln.

Den Ausbau energisch forcieren, sicher mit Sinn und Verstand, aber dennoch umfassend, denn die fossile Energie zerstört weit mehr Natur, als es die benötigte Anzahl von Windrädern etc. je tun könnte. Aber auch dafür sorgen, dass Solaranlagen und Heizungsumbau nicht nur von Staat und Mieter*innen bezahlt werden.

Zur Energiewende gehört die soziale Ausgestaltung, zu der jedoch keine Vorschlöge und Angaben in dem vorgelegten Paket gibt. Die Energeiewende muss für die Mnschen bezahlbar bleiben, denn es nützt nichts, wenn eine Energiewende auf den Weg gebracht wird, die viele Menschen sozial nicht mittragen können und von der sie ausgeschlosen bleiben.

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