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Mittwoch, 22. Juni 2022

Ukraine-Krieg: Selensky erwartet schwerere Angriffe

Präsidenten Wolodymyr Selensky bei einer Lagebesprechung in der Region Mykolajiw

Der EU-Kandidaten-Beitrittstatus der Ukraine heizt den Konflikt weiter an. Der Präsident der Ukraine Selensky geht als Reaktion auf die anstehende Entscheidung über den EU-Kandidatenstatus seines Landes von einem heftigeren Vorgehen Russlands aus. Wenn die Ukraine den EU-Kandidaten-Beitrittstatus bekommt, wird das dem Zaren Putin gar nicht schmecken und es wird die Ukraine büßen müssen. Damit rechnet auch Selensky.

Es ist bewundernswert, mit welchem Mut, aber auch mit welch hoher militärischer Kompetenz die ukrainischen Streitkräfte ihr Land verteidigen und sich der russischen Übermacht entgegenstellen. In dieser entscheidenden Phase des Krieges braucht die Ukraine die Unterstützung der freien Welt.

Putin muss erkennen, dass sein Feldzug sinnlos ist, auch weil die von ihm völkerrechtswidrig besetzten Gebiete niemals Russland zugesprochen werden. Gut möglich, dass Putin mit Blick auf den anstehenden EU-Kandidatenstatus der Ukraine mit noch heftigeren Angriffswellen antworten wird.

Aber die ukrainischen Soldaten wissen wofür sie kämpfen. Sie sind motivierter als die aus dem ganzen Russland bunt zusammengewürfelten russischen Truppen - ein entscheidender Vorteil, trotz materieller Unterlegenheit der ukrainischen Armee. Zudem versteht es Selensky, durch seine Nähe zu den Soldaten und zu den Bürgern sein Land zu führen.

Die russische Offensive ist laut Militärexperten ins Stocken geraten. Im Osten der Ukraine nimmt das sinnlose Zertören und Morden kein Ende und auch das macht Angst. Es fragt sich, wie lange das Militär beider Seiten moralisch diesen zähen Krieg noch mitmacht. Von endloser Motivation ist auch in der Ukraine nicht auszugehen, selbst wenn sich die Material-Lage verbessert, stehen einige wenige Einheiten seit 4 Monaten im Dauer- und Abnutzungseinsatz, während andere Einheiten in den Kiewer und Moskauer Straßen Cafes sitzen.

Literatur:

Im RauschIm Rausch: Russlands Krieg von Arkadi Babtschenko

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