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Mittwoch, 6. Juli 2022

Zwei britische Minister treten aus Protest gegen Johnson zurück

Boris Johnson

Der britische Premier Johnson hat zwei wichtige Minister verloren. Finanzminister Sunak und Gesundheitsminister Javid reichten ihren Rücktritt ein - aus Protest gegen Johnson. Der angeschlagene Premier ernannte Stunden später bereits Nachfolger.

Finanzminister Sunak betonte, er sei immer loyal zu Johnson gewesen. Aber die Öffentlichkeit erwartet zu Recht, dass die Regierung richtig, kompetent und ernsthaft handelt. Mit anderen Worten, die Regierung handelt nicht richtig, inkompetent und ist nicht ernst zu nehmen. Ein niederschmetterndes Urteil aus Johnsons eigener Partei.
Ein gerade so überstandenes Mißtrauensvotum, zwei Minister sind nun zurückgetreten, bei Boris Johnson müßten da eigentlich die Alarmglocken läuten. Aber es ist zu befürchten, daß es ihm egal sein wird. Johnson wird versuchen, eine Art "Rumpelkurs" zu fahren - zwar nicht ganz so schlimm wie Donald Trump, aber doch so ähnlich. Zum Beispiel in dem er sich einfach über bestehende Verträge hinwegsetzt.

Die Krise der Konservativen ist riesengroß, aber so zerissen die Partei auch ist, Boris Johnson wird wohl weitermachen wollen. Johnson hat aber anscheinend immer noch genug Getreue in seinem engsten Kreis, die ihn in seiner Bunkermentalität bestärken.

Das Problem scheint aber auch die sittliche Verfasstheit der konservativen Machtelite zu sein, die wohl in der öffentlichen Meinung gerade moralisch vergeigt.

So eine Regierung braucht kein Mensch. Fragt sich dann nur, warum es von der Sorte auch anderswo jede Menge gibt, deren Politiker sich nicht darauf beschränken, die Bedürfnisse der Bewohner ihres Landes einfach nur zu ignorieren.

Wichtig in der Regierungskrise der Konservativen sind die Medien. Wer die britischen Zeitungen kennt, weiß, wie unerbittlich sie gegen angeschlagene Politiker und andere Prominente vorgehen können. Die Medien werden jetzt graben und wenn sie etwas neues Skandalöses gefunden haben, werden sie es veröffentlichen.

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