Seiten

Samstag, 30. Juli 2022

Neue Corona-Studien: Virus auf Tiermarkt in Wuhan ausgebrochen

Geschlossener Wildtiermarkt in Wuhan (Archivbild aus dem Januar 2020)

Neue Studien untermauern die Annahme, dass der Ausgangspunkt für das Corona-Virus ein Tiermarkt in der chinesischen Metropole Wuhan war. Die These, das Virus stamme aus einem chinesischen Labor, gilt als unwahrscheinlich.

Zwei neue Studien kommen zu dem Ergebnis, dass das Coronavirus erstmals auf einem Tiermarkt in der chinesischen Metropole Wuhan ausgebrochen ist - und nicht aus einem chinesischen Labor stammt. Die Untersuchungen hätten gezeigt, "dass es einfach nicht plausibel ist, dass dieses Virus auf eine andere Weise als durch den Handel mit Wildtieren auf dem Markt von Wuhan eingeschleppt wurde", sagte einer der Autoren, der Virologe Michael Worobey von der University of Arizona.

Worobeys Studie wurde vom Wissenschaftsmagazin "Science" veröffentlicht. Sie wertete verfügbare zeitliche und örtliche Daten über die ersten bekannten Corona-Fälle in Wuhan aus. So stellten die Forscher fest, dass sich die frühesten Covid-19-Fälle auf Händler oder Menschen konzentrierten, die auf dem Huanan-Markt lebende Tiere kauften oder verkauften.

Das Forscherteam betrachtete zudem die ersten 155 Corona-Infektionen in Wuhan. Demnach gruppierten sie sich eng um den Huanan-Markt, während spätere Infektionen weit in der Millionen-Metropole verteilt auftraten. Darum kommen die Autoren zu dem Schluss, das Virus sei auf diesem Markt entstanden und habe sich von dort aus ausgebreitet. Die Forscher legten sich jedoch nicht fest, von welcher Tierart das Virus auf den Menschen übersprang.

In der zweiten Studie, die ebenfalls im Magazin "Science" veröffentlicht wurde, untersuchten Forscher die genetischen Daten von frühen Corona-Fällen. Dabei gingen sie zwei Abstammungslinien des Erregers nach. Auch hier kamen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass das Virus wahrscheinlich von Tieren des Huanan-Marktes auf Menschen übersprang.

Die Corona-Pandemie war Ende des Jahres 2019 erstmals in Wuhan aufgetreten. Schon bald war darüber spekuliert worden, dass das Virus bei einem Unfall im Institut für Virologie in Wuhan entwichen sein könnte, in dem an Coronaviren geforscht wird. Ein Expertenteam der Weltgesundheitsorganisation (WHO) durfte erst mehr als zwölf Monate später nach China reisen und war ohne klare Ergebnisse zurückgekehrt.

Der von den WHO-Experten vorgelegte Bericht stufte damals die sogenannte Labor-Theorie als "extrem unwahrscheinlich" ein. Unter Wissenschaftlern tobt dennoch eine Debatte, ob das Virus auch aus einem Labor in Wuhan entwichen sein könnte.

Viele Länder äußerten Besorgnis darüber, dass den internationalen Experten bei ihrer Untersuchung in China Zugang zu wichtigen Daten verwehrt worden sei. Weitere Untersuchungen, die auch WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus forderte, lehnt die chinesische Regierung bislang vehement ab.

Montag, 25. Juli 2022

Lawrow bestätigt: Kreml will "Regimewechsel" in Ukraine

Jewgeni Lawrow

Russlands Außenminister Lawrow hat erklärt, der Kreml wolle die Regierung in Kiew stürzen. Lawrow artikuliert mittlerweile ungeniert eine Beherrschungsanspruch über die Ukraine und macht deutlich, dass das Kreml-Regime den freien Willen der Ukraine nicht respektieren will.

In jedem Landesteil der Ukraine hat sich die große Mehrheit der Bevölkerung beim Referendum von 1991 für die Unabhängigkeit der Ukraine von Russland ausgesprochen. Auch im Donbass und selbst auf der Krim.

Aus dem Willen der Ukrainer kann Lawrow seinen Anspruch auf "Regimewechsel" und die russische Herrschaft über die Ukraine nicht ableiten. Deshalb setzt er auf die Kanonenrohre.

Nicht "Sicherheitsinteressen", oder "NATO-Osterweiterung" und ähnliche Potemkin'sche Dörfer, welche der russische Chef-"Diplomat" im Auftrag seines Herrn im Kreml als Motive für die russische Invasion in die Ukraine vorgeschoben hat, zählen. Nichts davon ist ein Grund für die militärische Aggression gegen ein friedliches Nachbarland.

Es ist ein ideologisch unterfütterter Eroberungskrieg, um ukrainisches Territorium zu besetzen und dem groß-russischen Reich einzuverleiben. Das macht Lawrow mit seinen Aussagen nun eindeutig klar.

Dafür sterben in der Ukraine Menschen, werden Millionen von Zivilisten vertrieben und versinken ukrainische Städte unter dem unablässigen Beschuss russischer Artilleriegranaten und Raketen in Schutt und Asche.

Es ging diesem Regime immer nur um die Wiederherstellung eines Großrussischen Imperiums, mindestens in den Grenzen der ehemaligen Sowjetunion, wenn es nach ihrem Chefidelogen Dugin geht, gar bis zum Atlantik. Daran besteht doch überhaupt kein Zweifel und dazu bedarf es auch keiner weiteren Bestätigung durch Herrn Lawrow.

Freitag, 22. Juli 2022

Kritik der Liberalen an Heils Bürgergeld-Plänen


Die Umgestaltung der Sozialpoltik stellt eine gewaltige Herausforderung für das Sozialministerium dar, bietet aber auch die Chance, sich bei den WählerInnen zu profilieren.

Sozialminister Hubertus Heil will das Bürgergeld zum 1. Januar 2023 einführen. Betroffen sind mehr als fünf Millionen Leistungsbezieherinnen und -bezieher. Der Arbeitsminister will Bürgergeld-Empfängern künftig mehr Vermögen belassen. Auch diejenigen sollen Bürgergeld beziehen können, die bis zu 60.000 Euro Vermögen haben.

Das Bürgergeld ist eines der zentralen Vorhaben der Ampel - doch die Pläne von SPD-Minister Heil kommen bei der FDP nicht gut an: Sie pocht auf Sanktionen, wenn Betroffene beispielsweise nicht zu Terminen erscheinen. Die Liberalen hegen erwartungsgemäß Kritik an Heils Bürgergeldplänen.


Herr Lindner versteht die Welt vom Fahrersitz eines Porsches aus - mit 18 ohne Leistung gekauft. Da liegt eine Realitätsverzerrung nahe. So sind seine Äußerungen menschenverachtend: alle Menschen haben ein Recht auf ein menschenwürdiges Leben - auf eine Grundversorgung, die auch kulturelle Aktivitäten ermöglicht. Armut behindert so gut wie immer auch die nachwachsende Generation. Und an dem schlechten Ausbildungsstand sind das obrigkeitsorientierte, fehlfunktionierende Schulsystem und die Dämlichkeit der Betriebe in der Personalpolitik ursächlich.

Erst die Durchsetzung sozialer Rechte ermöglicht eine legitime Demokratie. Erst ein ausgebautes Sozialsystem, das auch ein nicht über den Arbeitsmarkt vermitteltent Existenzsicherung erlaubt, ermöglicht tatssächlich die Umsetzung von Gleichheit im politischen und zivilen Bereich, denn erst dadurch wird die einseitige Abhhangigkeit des Menschen vom Markt durchbrochen und ein gemeinsamer Minimalstandard der materiellen Kultur geschaffen.

Die FDP und viele andere Kleingeister werden es nie begreifen. Dieses populistische Gezeter um den winzigen Anteil der Leistungserschleicher ist sinnbefreites Gehetze. Dafür werden sehr viele andere Menschen mit in die Ecke der Faulenzer gestellt, nur um von der Ungerechtigkeit der Wohlstandverteilung abzulenken.

Vielleicht bräuchte Rot/Grün hier und da ein Regulativ, dies könnte die FDP leisten, aber sie verzettelt sich als Sprachrohr der Dorfstammtische und ewig gestrigen Frühkapitalisten, nervt daher nur als Bremsklotz.

Selbst wenn man mal Menschlichkeit und Anstand außen vor lässt, dann stehen der Aufwand und die Kosten der Sanktionsstrategie in keinem Verhältnis zu dem Nutzen. Ein winziger Teil der Bürger will, oder kann mangels kognitiven Horizonts nicht arbeiten, dies muss ein Land aushalten, denn die in eine Anstellung zu zwingen bringt nur noch mehr Schaden.
Soziale Fairness und Unterstützung vieler Menschen ist sehr deutlich wichtiger, als die Maßregelung sehr weniger.

Hieronymus Bosch Christ carrying the Cross


Mittwoch, 20. Juli 2022

Hubertus Heil will Bürgergeld einführen


Gut gemachte Reformen werden die Gesellschaft voranbringen. Das Bürgergeld ist eines der zentralen Vorhaben der Ampel - weiß die SPD Partei doch, daß ihre Zukunft nachweisbar von der Reform der Gesellschaft abhängen wird. Die alte Tante SPD will und muss die Wunden der Schröder / Fischer Ära heilen. Da passt es jetzt gut ins Konzept mit neuem Namen und den vom Verfassungsgericht verlangten Änderungen der Sanktionen zu punkten.

Das neue Bürgergeld hört sich besser an als Harz IV. Die Reform will auch die Bürokratie entlasten. Positive Ergebnisse ohne Sanktionen im Bereich des bedingungslosen Geldes lassen zu oft zu wünschen übrig und werden leider ausgenutzt. Kommt bei den geplanten neuen grünen Vorschriften für uns Verbrauchen nicht gut.

Auch wenn das geplante Bürgergeld einen anderen Namen bekommt, dient es doch zur Grundsicherung. Wie kann eine Grundsicherung gekürzt werden, also das Lebensnotwendige gekürzt werden. Dies ist menschenverachtend!

Sollte es nicht so sein, daß die Höhe des staatlich Geldes die Würde sicherstellt und eine soziale Teilhabe ermöglicht? - Es sollte wohl so sein. Alle Menschen haben ein Recht auf ein menschenwürdiges Leben - auf eine Grundversorgung, die auch kulturelle Aktivitäten ermöglicht. Armut behindert so gut wie immer auch die nachwachsende Generation.

Und an dem schlechten Ausbildungsstand sind das obrigkeitsorientierte, fehlfunktionierende Schulsystem und die Dämlichkeit der Betriebe in der Personalpolitik ursächlich.

Im übrigen haben handwerklich schlecht gemachte Gesetze - von einer Reform, welche diesen Namen verdient, kann bei bei Hartz 4 allen Ernstes nicht die Rede sein - noch niemand daran gehindert, diese im Laufe der Zeit und praktischen Anwendung inhaltlich zu verbessern. Wenn dies nicht geschehen ist, ist dies auch eine klare soziale Aussage.

Montag, 18. Juli 2022

Flutkatastrophe und die Frage nach der politischen Verantwortung

Ein Bagger gibt der Ahr nach der Flutkatastrophe eine neue Struktur. (Archivbild September 2021)

Unvorhersehbare Ereignisse sind nicht unbedingt Freunde der Politik, denn gerade das Unvorhersehbare lässt sich politisch schlecht bewältigen.

Die Unwetterkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz war vorhersehbar. Die Wetterdienste und Medien haben tagelang vor Unwettern und schwersten Regenfällen der höchsten Stufe besonders auch für das Ahrtal gewarnt, aber viele Menschen haben nicht auf die Wetterwarnung reagiert sind ohne Vorbereitung einfach ins Bett gegangen.

Flutkatastrophe im Ahrtal


Im Zusammenhang mit der Flutkatastrophe ist die Frage nach der politischen Verantwortlichkeit nicht gestellt worden. Solange nicht geklärt ist, wer die Verantwortung tràgt, wird man auch nichts aus der Flutkatastrophe im Ahrtal lernen.

Alexander Kissler von der NZZ nennt das Kind beim Namen: der Klimawandel ist am wenigsten schuld an der Katastrophe. Wer das behauptet, stiehlt sich aus der Verantwortung und instrumentalisiert diese Tragödie zu politischen Zwecken.

Die Katastrophe war auch ein politisches Versagen von vorne bis hinten. Die damalige Umweltministerin Anne Spiegel verlor ihr Amt als Bundesfamilienministerin wegen politischer Inkompetenz.

Lichtblicke gibt es immer, schon weil man aus Fehlern lernt. Wenn man das tut und seinen Optimismus nicht verliert bzw. auf Vertrauen und Zusammenhalt (und -arbeit) mit anderen setzt - können gerade auch "erzwungene" und mit großem Leid verbundene - zumindest in der ersten Zeit nach dem Unglück - Veränderungen langfristig eigentlich nur Fortschritte - und damit Vorteile bringen.


Blog-Artikel:

Ein Jahr nach der Flutkatastrophe im Ahrtal

Samstag, 9. Juli 2022

Japans Ex-Regierungschef Abe nach Attentat gestorben

Shinzo Abe

Der frühere japanische Regierungschef Abe ist tot. Der 67-Jährige war bei einem Wahlkampfauftritt niedergeschossen und schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht worden. Der Ex-Premier Abe ist infolge der Verletzungen, die er bei einem Anschlag erlitten hatte, gestorben. Das bestätigte das Krankenhaus, in dem der 67-Jährige nach dem Angriff versorgt worden war. Politikerinnen und Politiker weltweit reagierten mit Trauer und Entsetzen auf die Nachricht.

Auf Abe war geschossen worden, als er gegen 11.30 Uhr Ortszeit (etwa 04.30 Uhr Mitteleuropäischer Zeit) in Nara eine Wahlkampfrede hielt. Abe war 2020 aus dem Amt des Ministerpräsidenten ausgeschieden, hatte sich aber weiter politisch für seine Liberaldemokratische Partei (LDP) engagiert.

Der mutmaßliche Schütze wurde Regierungsangaben zufolge festgenommen. Bei dem Attentäter um einen 41 Jahre alten Mann handeln, der vor Jahren Mitglied der japanischen Streitkräfte gewesen sei. Es wurde eine offenbar selbst angefertigte zweiläufige Schusswaffe gefunden.

Sein mögliches Motiv sei noch recht unklar. Es kursierten widersprüchliche Angaben. Zunächst hieß es, der mutmaßliche Schütze habe bei seiner Festnahme angeben, er sei "unzufrieden" mit Abe gewesen und habe ihn "gezielt töten wollen". Dann aber hieß es, der Verdächtige habe politische Hintergründe für seine Tat zurückgewiesen. Daher könnte es sich auch um eine psychisch verwirrte Person handeln.

Shinzō Abe war der wichtigste und einflussreichste Politiker der Japanischen Nachkriegsgeschichte. Abe hatte Japan vom Dezember 2012 bis September 2020 regiert. Seine «Abenomics» kennt man auch außerhalb von Japan. Unter ihm war Japan deutlich nach rechts gerückt. Abe gehörte zu den entschiedenen Verfechtern einer Revision der pazifistischen Nachkriegsverfassung. Im Artikel 9 der Verfassung verzichtet Japan "für alle Zeiten auf den Krieg als ein souveränes Recht der Nation und auf die Androhung oder Ausübung von Gewalt als Mittel zur Beilegung internationaler Streitigkeiten".

Japan befindet sich nach dem Attentat in einem "Zustand des Entsetzens". Die Tat passe so gar nicht zu diesem Land, da politische Anschläge sehr selten seien. Der letzte Angriff dieser Art sei acht Jahre her. Daher sei der Schock nun umso größer.

Gewaltverbrechen sind in Japan seltener, als in anderen Nationen und Schusswaffen reglementierter. Das könnte den geringeren Personenschutz erklären und warum der Täter seine Waffe selber bauen musste.

Boris Johnsons geschickte Salami-Taktik

Boris Johnson im Unterhaus


Boris Johnson ist ein Premier der gewiefteren Art, besonders gewieft im Umgang mit der eigenen Sicht und Interpretation der Dinge.

Für den angeschlagenen Premier ist die Enthüllung zu einer eigenen Kunstdisziplin geworden. Immer, wenn es für ihn politisch eng wird, wendet er recht gekonnt die Salami-Taktik in vier Schritten an.

1. Schritt: "Mir ist von den Vorgängen nichts bekannt. Ich habe davon keine Kenntnis / Ahnung."

2. Schritt "Ich kann micht daran nicht mehr erinnern."

3. Schritt: "Es ist wohl so gewesen. Es könnte so gewesen sein. Aber ich habe davon nichts mitbekommen."

4. Schritt: "Ja, ich gebe den Vorwurf zu."

Mit dieser Taktik lassen sich in Affären sämtliche Vorwürfe über einen längeren Zeitraum entkräften, bis die Gefahr vorüber ist.

Johnson ist ein wahrer Meister der Verstellung, der die Wahrheit stets situationselastisch zu interpretieren pflegt.

Freitag, 8. Juli 2022

Blatter und Platini - die Gentlemen haben zur Kasse gebeten

Blatter und Platini

Die Ex-Fußballfunktionäre Blatter und Platini sind im Prozess um eine dubiose Millionenzahlung vom Schweizer Bundesstrafgericht freigesprochen worden. Beide sagten, es habe sich um eine "Nachzahlung für Beratertätigkeiten" gehandelt.

Die FIFA habe um die Jahrtausendwende nicht genügend Geld gehabt, um Platini voll zu bezahlen. Es habe sich um ein "Gentleman's Agreement" gehandelt, wie Blatter sagte.

Die Gentlemen haben zur Kasse gebeten. Manche Leute kommen eben mit allem durch. Man muss nur korrupt und gewissenlos genug sein und die richtigen Leute schmieren, dann fallen auch solche Sachen unter den Tisch. Wieder mal eine Klatsche ins Gesicht der ehrlichen Bürger.

Das gefällte Urteil im Strafprozess ist die Entscheidung eines unabhängigen schweizer Gerichtes. Es brauchte ja auch einer ausländischen Macht, damit überhaupt Ermittlungen in der Schweiz von der unabhängigen schweizer Justiz begonnen werden. Denn vorher hat es die Ermittlungsbehörden überhaupt nicht interessiert.

Egal, wer an der Spitze dieses Verbandes steht, er wird mit der Zeit korrupt, denn das Amt korrumpiert. Soll keiner sagen, dass der jetzige FIFA-Boss in irgendeiner Art besser wäre. Es ist schade, was die Funktionäre aus dem Fußball gemacht haben. Dabei stört nicht einmal, dass es der FIFA vielfach hautptsächlich um das liebe Geld geht. Es ist die Art und Weise, wie sich die Spitzenfunktionäre die eigenen Taschen vollmachen, die besonders stört und auch verstörend wirkt.

Es bleibt halt halt ein Geschmäckle und das untrügliche Gefühl, dass Korruption und dubiose Geldgeschäfte in den großen Fußballverbänden Korruption eher der Norm entsprechen.

Bye, bye Mister Brexit

Boris Johnson

Als Boris Johsnon vor drei Jahren in Downing Street einzog, da ahnten bereits viele, daß das nicht lange gut gehen würde. Nun ist das Maß voll und Johnson kündigt als Konsequenz der politischen Skandale auf Druck seiner eigenen Partei seinen Rückzug auf Raten an.

Die konservative Partei hat Johsnon die Gefolgschaft verweigert. Die Krise der Konservativen ist so riesengroß und die Partei ist so zerissen, daß Boris Johnson nicht mehr weitermachen wird.

Das Problem scheint aber auch die sittliche Verfasstheit der konservativen Machtelite zu sein, die wohl in der öffentlichen Meinung gerade moralisch vergeigt.

Irgendwann wird die Politik und vielleicht mehr noch das britische Volk sich eingestehen müssen, dass der Brexit ein großer Fehler war. In Irland droht schlimmes Unheil, die Wirtschaft hat große Probleme und die Spaltung der Gesellschaft ist Gift für einen Staat.

Man hält wider besseres Wissens an Johnson fest, weil sich kaum einer der Wahrheit stellen will. Hinzu kommt, dass man keine vertrauenswürdige Alternative zu haben scheint.

Es kommen ohnehin schwierige Zeiten, die könnten in Großbritannien leicht sehr bald ein explosives Niveau erreichen.

Mittwoch, 6. Juli 2022

Zwei britische Minister treten aus Protest gegen Johnson zurück

Boris Johnson

Der britische Premier Johnson hat zwei wichtige Minister verloren. Finanzminister Sunak und Gesundheitsminister Javid reichten ihren Rücktritt ein - aus Protest gegen Johnson. Der angeschlagene Premier ernannte Stunden später bereits Nachfolger.

Finanzminister Sunak betonte, er sei immer loyal zu Johnson gewesen. Aber die Öffentlichkeit erwartet zu Recht, dass die Regierung richtig, kompetent und ernsthaft handelt. Mit anderen Worten, die Regierung handelt nicht richtig, inkompetent und ist nicht ernst zu nehmen. Ein niederschmetterndes Urteil aus Johnsons eigener Partei.
Ein gerade so überstandenes Mißtrauensvotum, zwei Minister sind nun zurückgetreten, bei Boris Johnson müßten da eigentlich die Alarmglocken läuten. Aber es ist zu befürchten, daß es ihm egal sein wird. Johnson wird versuchen, eine Art "Rumpelkurs" zu fahren - zwar nicht ganz so schlimm wie Donald Trump, aber doch so ähnlich. Zum Beispiel in dem er sich einfach über bestehende Verträge hinwegsetzt.

Die Krise der Konservativen ist riesengroß, aber so zerissen die Partei auch ist, Boris Johnson wird wohl weitermachen wollen. Johnson hat aber anscheinend immer noch genug Getreue in seinem engsten Kreis, die ihn in seiner Bunkermentalität bestärken.

Das Problem scheint aber auch die sittliche Verfasstheit der konservativen Machtelite zu sein, die wohl in der öffentlichen Meinung gerade moralisch vergeigt.

So eine Regierung braucht kein Mensch. Fragt sich dann nur, warum es von der Sorte auch anderswo jede Menge gibt, deren Politiker sich nicht darauf beschränken, die Bedürfnisse der Bewohner ihres Landes einfach nur zu ignorieren.

Wichtig in der Regierungskrise der Konservativen sind die Medien. Wer die britischen Zeitungen kennt, weiß, wie unerbittlich sie gegen angeschlagene Politiker und andere Prominente vorgehen können. Die Medien werden jetzt graben und wenn sie etwas neues Skandalöses gefunden haben, werden sie es veröffentlichen.

Samstag, 2. Juli 2022

Kaum Geld für Musiker trotz Millionen Klicks

Rammstein-Konzert

Früher gab es in der Welt der Musik Schellack, dann Vinyl, Audiocassetten, dann kamen die CD's als Tonträger - alles während einer überschauberen Lebenszeit. Mittlerweile kauft kaum noch jemand Tonträger, es wird eben gestreamt, aber viele Musiker verdienen trotz Millionen Klicks kaum Geld. Die einzigen, die im ditgitalen Musikgeschäft gutes Geld verdienen, sind die Streamingdienste. Viele Musiker können jedoch von ihrer angebotenen Musik nicht leben. Der Preis für ihre Dienstleistung (Musik) ergibt sich aber auch hier letztendlich durch Angebot und Nachfrage. Eine geringe Nachfrage bei fixem Angebot führt zu einem geringen Preis.

Sich als Musiker durchzusetzen ist seit jeher schwer und davon zu leben sicherlich auch, vor allem wenn man nur eine Nische bedient. Gleichzeitig war es aber als Künstler durch das Internet nie so "einfach" wie heute einen hohen Bekanntheitsgrad zu erreichen. Darüber hinaus hat nun mal niemand ein Anrecht darauf, von seiner Musik leben zu können. Das schaffen nur sehr wenige Künstler.

Die Abrechnungen, für Künstler im Zusammenhang mit Musikverlagen, Streaming-Diensten und der GEMA waren und sind ein Ärgernis. Die GEMA hatte füher einfach Tantiemen eingestrichen und verteilt, aber nicht gerade fair. Da wurden teilweiser recht abenteuerliche Verteilungsmechanismen eingeführt, die den normalen Künstler benachteiligen. Einfach gesagt, nur die großen Popkünstler bekommen Gelder und die Klassik.

Die heutigen Geschäftsmodelle mit internationaler Marktverflechtung zwischen den Global Playern der Musikindustrie kritisiert Peter Maffay scharf. Priorität habe das Geschäft, nicht die künstlerische Kreativität. Die Modelle sind ein trauriges Beispiel dafür, dass die inzwischen nicht mehr ganz so junge digitale Welt noch immer nicht korrekt im Rechtsrahmen verankert ist. Von moralischen Werten, Anstand und Fairness will man gar nicht erst anfangen.

Ob nun Finanztransaktionen im Millisekunden Takt, Internet-Zeitung, oder eben Kunst. All diese Bereiche sind Goldgruben für die Bereitsteller der Internetplattformen und Profiteure des schnellen Datenaustauschs. Weder der Staat, also die auf Steuern angewiesene Allgemeinheit, noch die Urheber im Bereich von Kunst und Kultur werden angemessen an den gigantischen Gewinnen beteiligt.

Wenn sich immer größer werdende Bereiche der Gesellschaft ins Internet verlagern, müssen die relevanten Teile der Gesellschaft auch in der sonst üblichen Weise profitieren, sowie in die Pflicht genommen werden, denn diese gesellschaftsrechtlichen Prinzipien sind die Grundpfeiler einer demokratischen, sozialen Grundordnung.

Wenn Musiker mit dem Streamen nicht genug Geld verdienen, dann sollen sie doch Live auftreten. Ob in Kneipen oder Sälen oder in der Fußgängerzone. Dann sehen sie auch sofort, wieviel Geld die Leute für ihre Kunst zu bezahlen bereit sind. Abgesehen davon, was erwarten Künstler?

Jedem Menschen, der in seiner Jugend entscheidet Künstler werden zu wollen, wird von seinen Eltern und seinem gesamten Umfeld gesagt werden, dass er sich das gut überlegen sollte, da nur die wenigsten von ihrer Kunst leben können. ZB müssen 99% der Schauspieler von einem Gehalt leben, das ca dem Mindestlohn entspricht. Zumindest bei den klassischen Orchestermusikern an Theatern ist das ähnlich. Und solche Musiker haben studiert und sind an ihrem Instrument meistens um Lichtjahre besser, als irgendwelche dahergelaufenen und selbsternannten Pop - Musiker. Auch könnten Musiker und andere Künstler auch eine schlagkräftige Gewerkschaft bilden und versuchen ihre Ansprüche umzusetzen.

Es gilt, in der sich schnell wandelnden Welt des digitalen Musikgeschäfts endlich den angemessenen Rechtsrahmen für eine faire und gerechte Vergütung von Künstlern und Musikern zu schaffen, die ihre Produkte im Internet anbieten.