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Montag, 18. Dezember 2023

Willy Brandt 110. Geburtstag

Willy Brandt



Er war ein Mann mit vielen Gesichtern: Linkssozialist und Revolutionär, Visionär und Realist, Kanzler der Ostpolitik und der Versöhnung und politischer Brückenbauer. Er war Regierender Bürgermeister von Berlin, Außenminister, Bundeskanzler und Friedensnobelpreisträger. Willy Brandt polarisierte die politischen Lager wie kein zweiter – geliebt und verehrt, zum Idol erhoben von den einen - gehaßt, verleumdet und gejagt von den anderen. Willy Brandt wurde vor 110 Jahren am 18. Dezember 1913 in Lübeck geboren.

Er gehörte zu den überragenden Figuren der deutschen Politik: Willy Brandt hat das Land geprägt wie kein Zweiter. Brandt war ein Politiker mit festen Überzeugungen und Haltung. Er zählte zu den wenigen, die in der Politik moralische Maßstäbe gesetzt haben. Erkonnte Gegnsätze veriene und üerwinden - das war seine politische Stärke. Für ihn basierte politisches Handeln auf sittlichen Maßstäben. Er war ein Charismatiker und ein Mann der politischen Gesten. Viele Bilder haben sich längst in das kollektive Gedächtnis eingebrannt. Das wichtigste Bild war sein berühmter Kniefall in Warschau - eine spontane Geste.


Willy Brandt




»Die Demokratie ist uns keine Frage der Zweckmäßigkeit,

sondern der Sittlichkeit.«





Als Bundeskanzler legte er am 7. Dezember 1970 unmittelbar vor der Unterzeichnung des Warschauer Vertrags zwischen Polen und der Bundesrepublik am Ehrenmal der Helden des Warschauer Ghettos einen Kranz nieder und verharrte schweigend und auf Knien. Auch wenn viele Bundesbürger Brandts Geste zunächst für überzogen hielten - auf internationaler Ebene fiel das Urteil schon damals anders aus: 1971 erhielt er für seine Außenpolitik den Friedensnobelpreis.


Willy Brandt

Die Jahre im skandinavischen Exil 1933 bis 1945 brachten die Wandlung vom linken Dogmatiker zum sozialdemokratischen Pragmatiker, ein Umstand, der Brandt nach den Kriegsjahren rigoros an die Spitze der Berliner SPD führte. Seine souveräne Haltung als regierender Bürgermeister während des Mauerbaus machte ihn endgültig zur charismatischen Figur. Zentrale Kapitel bilden die Kanzlerjahre 1969 bis 1974 und Brandts größtes Verdienst - den Brückenschlag zum Osten. Sein persönliches Schicksal war auf einzigartige Weise mit der politischen Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert verbunden.

Willy Brandt führte die Politk aus ihrer selbst verschuldeten Unmündigkeit und führte dabei einen neuen Politikstil ein. Erst änderte sich der Ton, dann die Politik. Schon als Außenminister suchte Willy Brandt nach Möglichkeiten der Aussöhnung mit den östlichen Nachbarn. Und innenpolitisch wurden in atemberaubendem Tempo Reformen durchgesetzt, die das Leben direkt betrafen. Schnell wurde aus neugieriger Skepsis Zuneigung und dann Begeisterung.

Brandt hat Deutschland nach der Schreckenszeit des Nationalsozialismus "wieder zivilisiert", sagt der Schriftsteller Günter Grass, den seit Anfang der 1960er Jahre mit Brandt mehr als nur politische Freundschaft verband, in einem Interview. Der sozialdemokratische Kanzler habe in der Zeit des "Kalten Krieges" mit seiner Entspannungspolitik den Weg bis zum Fall der Mauer geebnet, so Grass.

Brandts Leben stand unter dem Zeichen steten Bemühens um Demokratisierung, Ausgleich und Versöhnung. Sein Lebensmotto war: "Man hat sich bemüht".

Weblink:

Willy Brandt: Wir waren so stolz auf ihn! Vorärts! - www.vorwaerts.de

Biografie:

Willy Brandt: 1913-1992 - Visionär und Realist
Willy Brandt: 1913-1992 - Visionär und Realist
von Peter Merseburger




Montag, 13. November 2023

Was der Klimagipfel erreicht hat

Klimgipfel in Glasgow

? sollte als der Gipfel in die Geschichte eingehen, der den weltweiten Ausstieg aus der Kohle bringt. Und er sollte die Welt auf den Kurs des 1,5-Grad-Limits bringen.
Die Frage "Was der Klimagipfel erreicht hat" kann man leicht beantworten, genau das was Greta gesagt hat "Bla Bla Bla". Absichtserklärungen, freiwillige Selbstverpflichtungen und Ankündigungen von denen bisher noch nie welche erfüllt wurden und auch in Zukunft nicht erfüllt werden.

Eine Riesenverschwendung von Geldern und einen CO2-Abdruck in einer Woche, den ein kleines afrikanisches Land wahrscheinlich nicht mal im Jahr hat. Wundern tuts mich nicht. Ein System das einzig auf ständiges Wachstum und Profit Maximierung ausgerichtet ist. Dies durch skrupellose Ausbeutung von Mensch und Ressourcen realisiert, wird nichts für den Schutz des Klimas tun. Außer es bringt Gewinne ein.

Auch bei diesem Klimagipfel war der Wille der Verantwortlichen zu eiern verbindlichen Lösung zur Rettung des Klimas recht schwach, auch weil leider viel zu viele Lobbyisten mit am Werk waren, die sich massiv für ihre Firmen und Bereiche zu sehr einsetzten.
Es ist echt eine Schande, dass die uralte Elite der Politiker nicht wirklich die Jugend erhört, und ihre Proteste und Schreie wahrnehmen wollen. Eine vertane Chance !

Mittwoch, 8. November 2023

Weltklimaschutz und Weltbevölkerung

Weltklimaschutz-Konferenz in Glasgow

Weltklimaschutz ist auch eine Frage der Weltbevölkerung und des Bevölkerungswachstums. Seit 1990 hat die Menschheit um 50% zugenommen und die CO2-Emissionen als Beispiel für Treibhaussemissionen etwa um 60%. In dieser Zeit sind viele damalige Schwellenländer zu wichtigen Industrienationen aufgestiegen.

Die Einsparungen in den etablierten Industrienationen wurden mehr als kompensiert. Man kann keiner aufsteigenden Nation zumuten, zu verzichten, der Hinweis auf die historische Verantwortung der etablierten Industrienationen kann nicht wegdiskutiert werden. Diese unterschiedlichen Interessen zusammenzubringen wird sehr schwer werden.

Leider wird das Thema des Bevölkerungswachstums tabuisiert. Solange dieses sich weiter so entwickeln wird wie seit 1990, werden alle Anstrengungen umsonst sein.

Dienstag, 12. September 2023

50. Jahrestag des Militärputsches in Chile

brennender Präsidentenpalast in Santiago de Chile

Der 11. September 2013 jährt sich der 50. Jahrestag des von den USA massiv unterstützten gewaltsamen Putsches gegen die demokratisch gewählte Regierung in Chile.

Während sein Palast von Flugzeugen bombardiert wurde, wendete sich der Präsident in einer Radioansprache an sein Volk. Niemals werde er abtreten, den Putschisten das Feld überlassen, sagte er. Stunden später ist Allende tot. Der Sozialist beging im Präsidentenpalast Selbstmord, kam damit wohl seiner Erschießung durch die Schergen der Militärjunta zuvor.

Salvador Allende Noch am selben Tag erschoß sich der demokratisch gewählte chilenische Staatspräsident Salvador Allende und räumte dem Putschisten-General Pinochet, der noch am Tag zuvor seine Loyalität versichert hatte, das Feld.

Bereits am ersten Tag des Militärputsches in Chile wurden mehr als 2.000 Menschen aus politischen Gründen von der Polizei oder vom Militär festgenommen, bis zum Ende des Jahres 1973 waren es mehr als 13.000.

Nach dem Putsch gegen Präsident Salvador Allende am 11. September 1973 begannen unter der Führung von General Augusto Pinochet 17 Jahre Diktatur in Chile. In der Zeit wurden bis zu 38.000 Menschen gefoltert oder getötet. Schätzungsweise 20.000 Gegner der Militärjunta gingen ins Exil.

Weblinks:

Chile und das Erbe der Diktatur - www.tagesschau.de

Chile gedenkt - und demonstriert - Kulturzeit - www.kulturzeit.de

Samstag, 15. Juli 2023

Zwei Jahre nach der Flutkatastrophe im Ahrtal

Flutkatastrophe im Ahrtal


Am 14. und 15. Juli jährt sich die Flutkatastrophe, die in Teilen von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen für große Zerstörung gesorgt hat. Durch das Versagen der Warndienste gab mehr als 180 Tote, Zehntausende Menschen waren betroffen – und sie kämpfen noch immer mit den Folgen des Hochwassers.

Schon am 11. Juli 2021 kamen erste Meldungen vom Deutschen Wetterdienst (DWD), dass in der Region des Ahrtals extremer Starkregen erwartet wird. Die Meldungen spitzten sich innerhalb der nächsten drei Tage weiter zu. Und dann, am 14. Juli kam der angekündigte Starkregen. Er zeigte sich mit einem Ausmaß, das kaum zu erfassen war. In der Nacht zum 15. Juli wurde der Höhepunkt erreicht: Wassermassen rissen in den Fluten ganze Häuser weg, Menschen flüchteten auf Dächer. Viele Menschen dort haben auch nicht nur ihr Hab und Gut verloren, sondern auch ihnen nahestehende Menschen. Rettungskräfte kamen in Hubschraubern. Am nächsten Morgen wurde klar, welches Drama sich in der vergangenen Nacht in dem Tal abgespielt hatte. Die sich anschließenden Rettungsmaßnahmen wurden nicht nur dadurch erschwert, dass der Zugang zu der Region kaum möglich war, sondern auch durch ein völlig zusammengebrochenes Mobilfunknetz.

Durch die Begradigung des Flussverlaufs und dann durch den Bau von Häusern im Überflutungsgebiet sind solche Katastrophen möglich. Es gibt ja einen Grund, warum Versicherer Immobilien in diesen Gegenden nicht gegen Schäden durch Flut versichern.

Im Ahrtal leben 56.000 Menschen, 42.000 wurden von der Flut betroffen, mindestens 17.000 haben unmittelbar Hab und Gut verloren oder erhebliche Schädigungen erlitten.Viele Häuser sind immer noch unbewohnbar. Mehr als 9.000 Gebäude sind zerstört.

Flutkatastrophe im Ahrtal

Wer heute, zwei Jahre nach der Katastrophe, auf das Ahrtal blickt, sieht immer noch Teile der Zerstörung. Vieles im Ahrtal ist auch heute noch zerstört oder eine Baustelle. Zwar sind alle Ortschaften wieder an das Straßennetz angebunden und erreichbar, allerdings teilweise noch provisorisch. Die Brücken sind noch nicht in Ordnung und die Bahn fährt noch nicht. Von den mehr als 100 beschädigten oder komplett zerstörten Brücken ist noch keine wieder nutzbar. Stattdessen gib es fünf Behelfsbrücken.

Der Wiederaufbau läuft schleppend. Viele Menschen leben immer noch in provisorischen Unterkünften, weil die bürokratischen Hürden für eine Entschädigung so hoch sind.

Erst Ende 2023 geht man von einem komplett normalen Betrieb der Bahnstrecken aus. Die Versicherungen haben knapp drei Viertel aller Versicherungsfälle abgeschlossen und fünf Milliarden Euro ausgezahlt. Der Schaden beläuft sich laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft auf 8,5 Milliarden Euro.

Die Flut im Ahrtal mit all ihrer Zerstörung hat bei Politik, Planern und den Menschen, die dort wohnen, ein Umdenken in Gang gesetzt. Das Landesamt für Geologie und Bergbau (LGB) erfasst gemeinsam mit dem Institut für Geowissenschaften der Johannes-Gutenberg-Universität Gefährdungen durch Massenbewegungen und Erosion.

Die Ergebnisse sollen die Hochwasserschutzmaßnahmen ergänzen. Das gilt auch für die Brücken in dem Gebiet. Die Statik wird bedeutsamer, sie muss vergleichbaren Flutereignissen künftig standhalten. Der Wiederaufbau soll insgesamt klimafreundlicher gestaltet werden. Das bedeutet auch, dass neue Wärmelösungen entstehen. Die Kanalisation soll hochwassersicher und die Kläranlagenstandorte neu geprüft werden. Der Anfang ist also gemacht. Wie viel tatsächlich in die Tat umgesetzt wird, wird sich zeigen.

Das Bundesministerium für Forschung und Bildung (BMBF) hat das Projekt KAHR (Klima, Anpassung, Hochwasser, Resilienz) gefördert – mit dem Ziel, den Wiederaufbau der betroffenen Regionen wissenschaftlich zu begleiten und Empfehlungen zu erarbeiten.

Samstag, 17. Juni 2023

1953 Aufstand in der DDR

17. Juni 1953: Aufstand in der DDR

Dem Ungarn-Aufstand 1956, dem Prager Frühling von 1968 und der polnischen Solidarność-Bewegung ging 1953 ein ost-deutscher Aufruhr voraus: der Arbeiteraufstand vom 17. Juni 1953.

Am 17. Juni 1953 gingen rund eine Million Menschen in mehr als 700 Städten und Gemeinden in der DDR auf die Straße, um gegen die miserablen Lebens- und Arbeitsbedingungen zu demonstrieren.

Der Volksaufstand markierte kaum vier Jahre nach der Gründung der DDR die erste große Erhebung gegen ein kommunistisches Regime nach dem Zweiten Weltkrieg.

Ursprünglich war es der Unmut über Normerhöhungen, welcher Ost-Berliner Bauarbeiter spontan auf die Straße trieb. Schnell wurde daraus der Versuch die Lebensbedingungen insgesamt zu verbessern und schließlich ein regelrechter Aufstand gegen das SED-Regime.

Der Volksaufstand griff schnell auch auf andere große Städte über, wie Leipzig, Magdeburg und Jena und auf Industriezentren, wie z.B. in Bitterfeld und Wolfen oder Merseburg. Nicht nur in Bitterfeld forderte man den Rücktritt der Regierung, freie und geheime Wahlen und die Freilassung politischer Gefangener.

Soziale Forderungen hätte die SED-Regierung möglicherweise nach dem landesweiten Aufstand ertragen, beim Ruf nach Demokratie, nach Freiheit und deutscher Einheit war die Geduld der ohnmächtigen und konzeptlosen Führung am Ende. Russische Panzer wälzten den Protest gewaltsam nieder beendeten den Aufstand, retteten Ulbrichts Herrschaft und stellten damit die Weichen für die jahrzehntelange Teilung des Landes.

Samstag, 1. April 2023

Bürgermeister der etwas anderen Art

Möller


Der Amtsträger der Gemeinde Schenklengsfeld hat aus persönlichen Motiven Menschen, für dessen Wohl er eigentlich zuständig ist, bandenmäßig und gezielt für seine verbrecherischen Zwecke gefügig gemacht.

Die beschuldigte Person ist sich dabei nicht zu schade Nachbarn auszuhetzen und sie zu groben Vernachlässigung ihrer bürgerlichen Pflichten anzuhalten. Er hat durch sein Verhalten Menschenverachtung und Hass in die Gesellschaft hineingetragen, stets nur das Böse im Menschen hervorgebracht und den sozialen Frieden zerstört.

Durch sein Verhalten und seine Einwirkung hat er recht deutlich zum Ausdruck gebracht, was er von Demokratie hält und auch, was er dort zu suchen hat: nämlich Nichts.

Der Amtsträger, der glaubt, sich nicht an Recht und Gesetz halten zu brauchen. Wozu auch, wenn er sich sein eigenes Gesetz erschaffen hat, in dem verbrecherische Handlugnen seiner Handlanger in Fleisch und Blut übergegangen ist, längst gesellschaftlich akzeptiertes Gewohnheitsrecht geworden ist.

Die beschuldigte Person - und darüber gibt es nicht den  allergeringsten Zweifel - hat durch seine Handlanger die Gemeinde zu einem Ort des Verbrechens gemacht und in einen Abgrund geführt. Er hat unter der Maske des Bösen sich nicht nur vom Gesetz, sondern auch von der Zivilisation und den Bürgerrechten verabschiedet.

Er ist ein Gesetzloser, der sich außerhalb des Gesetzes und damit auch außerhalb der Gesellschaft stellt, ein Paria. Die Gemeinde Schenklengsfeld hat als Bestandteil der demokratischen Gesellschaft und freiheitlichen Grundordnung Besseres verdient als einen verwahrlosten Sittenschänder im Amt, der die Gemeinde in einen Abgrund führt.

Mehr Schande kann man über einen Ort nicht bringen, tiefer kann man einen Gemeinde nicht in einen Abgrund stürzen.Das Kainsmal der Schande wird bei dem Amtsträger und seiner Mithelfer bis zum Ende der Tage auf der Stirn haften bleiben.

Was nützt da einem Amtsträger, auf seinen guten Namen und die Vorstellung zu setzen, ein deutscher Amtsträger sei zu solchen Handlungen nicht fähig? Was nützt da noch alles Dementenieren und Leugnen, wenn dies dazu beiträgt, daß dieser Sittenschänder im Amt bleibt und weiterhin sein verbrecherisches Unwesen treiben wird.
Was nützt da noch alle Gutgläubigkeit von Journalisten, die sich durch ihre Gutgläubigkeit ebenfalls zu Handlangern und Mithelfern dieses Satans machen.


Wer an der Glaubhaftigkeit des Geschilderten auch nur den geringsten Zweifel hegt, der sollte darüber im Klaren sein, daß der dadurch mithilft, diese Gesellschaft zu zerstören!

Samstag, 25. März 2023

Bürgermeister und seine Umgangsformen

Möller


Der Mensch ist wie seine Umgangsformen, denn es sind stets seine Umgangsformen, die einen Menschen am besten charakterisieren, wenngleich es auch Blender gibt, die ihre Form geschickt zu verstellen wissen. Bei einer Amtsperson kommt neben den allgemeinen Umgangsformen auch noch die Amtsführung als Charakteristikum ins Spiel, denn die Art der Amtsführung ist auch eine Charakterfrage.

Der Bürgermeister der Gemeinde Schenklengsfeld - so der formelle Titel der Amtsperson - ist offenbar so ein Blender und ein Meister der Gefügigmachung und Manipulation von Menschen zur Verfolgung seiner eigenen, ganz persönlichen Ziele.

So wie der Mensch, so auch seine Umgangsformen: der Amtsinhaber setzt Zeugenaussagen zufolge unablässig und über einen langen Zeitraum Nötigung, Drohung und Einschüchterung - ein Instrumentarium aus dem Handwerkskasten eines Despoten gewohnheitsmäßig und gezielt als Mittel gegen unliebsame Mitbürger ein. Durch sein Einwirken stört er erheblich den sozialen Frieden, zerstört diesen sogar. Die verwerfliche Person läßt die Gemeinde offenbar in tiefer Schande versinken.

Durch nichts beweist ein Mensch seinen Mangel an Charakter als durch die Verwerflichkeit seines Tuns. Besonders verwerflich bei seinem Tun: Der trickreich sprachgewandte Blender mit oberflächlichem Charme und erheblich übersteigertem Selbstwertgefühl soll vor Aufhetzung nicht zurückzuschrecken und auch nicht davor, Nachbarn aufzuhetzen, besonders wenn sich unter den Nachbarn ein von ihm so geschätzter Kirmesbursche befindet.

Der umtriebige Bürgermeister der Gemeinde Schenklengsfeld setzt offenbar auf das Ansehen seines Amtes und seiner Person, hat aber seinen Einfluß gründlich mißbraucht, hat er doch in krankhafter Zwanghaftigkeit nur das Schlechte im Menschen hervorgebracht. Gemessen an seinen Umgangsformen, handelt es sich bei der Amtsperson um keinen Bürgermeister im herkömmlichen Sinne, sondern um in ein Amt gelangte Abwegigkeit.

Der Bürgermeister, dem nichts Abwegiges fremd zu sein scheint, scheint ein Musterbeispel dafür zu sein, was in einer Gemeinde geschehen kann, wenn eine Person sich gefügig gemachter Dritter für seine ganz persönlichen Zwecke bedienen kann. Aufgehetzte Jugendliche, die den Sinn ihres Lebens nur noch in Verwahrloung sehen und deren Eltern mutmaßlich Nichts von den Umtrieben ihrer aufgehetzten und mißbrauchten Sprößlinge wissen. Dem Vernehmen nach ist bei dem Verhalten der Jungendlichen die Verwahrlosung der Jugendlichen bereits in Fleisch und Blut übergegangen.

Wie die Umgangsformen, so auch die charakterliche Eignung einer Person. Der Mangel an charakterlicher Eignung läßt sich am persönlichen Verhalten, den Umgangsformen und der Einwirkung bzw. des Einwirkenlassens erkennen.

Der Bürgermeister der Gemeinde Schenklengsfeld hat durch sein fortgesetztes Fehlverhalten nicht nur für das Unwohl des Bürgers gesorgt, sondern auch der Demokratie einen Bärendienst erwiesen, tritt er die Demokratie durch sein Verhalten buchstäblich mit Füßen. Wer mit Problemen nicht anders umgehen kann, hat in einer Demokratie nichts zu suchen. Sein Walten beweist ganz offenkundig, was er von Demokratie verstanden hat: nämlich nichts.

Der beschuldigte Bürgermeister erweist sich als schlechtes Vorbild: Wo käme man in einer Gesellschaft wohl hin, wenn sich jeder, der mit einem Problem nicht umgehen gehen, sich so benehmen würde? - Es ist zu fragen wie eine solche Person jemals überhaupt in ein Amt gelangen konnte. Vielleicht sollte man ihm auch mal ein paar Irre vor seine Haustöre schicken.



Bei diesem "Bürgermeister" muss man sich infolge seiner Obwaltung wohl von allen zivilisatorischen Standards verabschieden, die man von einem deutschen Amtsträger normalerweise gewohnt ist. Offensichtlich ist es an der Zeit, die öffentliche Ordnung in der Gemeinde zum Wohle der Bürger wiederherzustellen. Wie sagte schon der alte Goethe: »Nein, er gefällt mir nicht, der neue Burgemeister! Nun, da er's ist, wird er nur täglich dreister.«

Samstag, 11. März 2023

Widerstandskämpferin Traute Lafrenz gestorben


Die letzte Widerstandskämpferin der Gruppe »Weiße Rose« ist tot. Die in Hamburg geborene Traute Lafrenz starb nach Angaben ihres Sohnes am 6. März im Alter von 103 Jahren in der Nähe von Charleston.

Traute Lafrenz kam 1919 in Hamburg auf die Welt und wechselte 1941 als Medizinstudentin von der Hansestadt an die Münchner Universität. Im Sommer 1941 lernte sie Hans Scholl auf einem Konzert kennen und die beiden verliebten sich "einen Sommer lang", wie die »Weiße Rose Stiftung« mitteilte. Sie blieb Hans Scholl, seiner Schwester Sophie und seiner Familie auch danach eng verbunden. Später brachte sie unter anderem Flugblätter der »Weiße Rose« nach Hamburg.

Die Gruppe um die Geschwister Hans und Sophie Scholl hatte mit Flugblättern zum Widerstand gegen die NS-Diktatur und zur Beendigung des Zweiten Weltkrieges aufgerufen. "Sie war eine Mitwirkende, aber hat kein Heldentum gesucht, sie hat gehandelt, weil sie es für wichtig und notwendig hielt", sagte die Vorsitzende der »Weiße Rose Stiftung«, Hildegard Kronawitter.

Vor vier Jahren war Traute Lafrenz das Bundesverdienstkreuz verliehen worden. "Traute Lafrenz gehörte zu den Wenigen, die angesichts der Verbrechen der Nationalsozialisten den Mut hatten, auf die Stimme ihres Gewissens zu hören und sich gegen die Diktatur und den Völkermord an den Juden aufzulehnen", würdigte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier damals ihren Widerstand in der NS-Diktatur.

Dienstag, 21. Februar 2023

Geschwister Scholl vor 80 Jahren hingerichtet

Geschwister Scholl


Sophie Scholl war eine deutsche Studentin und Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus. Sie wurde aufgrund ihres Engagements in der Widerstandsgruppe Weiße Rose gemeinsam mit ihrem Bruder Hans Scholl von nationalsozialistischen Richtern zum Tode verurteilt und am 22. Februar 1943 hingerichtet.

Gemeinsam mit ihrem Bruder Hans und mehreren Gleichgesinnten gründete Sophie Scholl während ihres Studiums an der Universität München die Widerstandsgruppe "Weiße Rose". Mit Flugblättern und an Wände geschriebenen Parolen riefen die Studenten die Bevölkerung aus ethischen und religiösen Gründen zu Maßnahmen gegen das Nazi-Regime auf.

Die "Weiße Rose" war eine studentische Widerstandsbewegung an der Universität in München, die die Verbrechen der Nazi-Diktatur durch Flugblätter öffentlich machte. Neben den Geschwistern Hans und Sophie Scholl gehörten Alexander Schmorell, Christoph Probst und Willi Graf zu der Gruppe, allesamt Studierende an der Münchner Universität. Später schloss sich ihnen auch Professor Kurt Huber an.

Dass sich die Widerstandsgruppe "Weiße Rose" nannte, ging auf einen Vorschlag von Hans Scholl zurück, der einen Roman von B. Traven gelesen hatte, in dem eine mexikanische Farm mit Namen "Weiße Rose" von einem US-amerikanischen Ölkonzern besetzt und ihr Besitzer ermordet wird.

Das erste Flugblatt der Widerstandsgruppe erschien Mitte Juni 1942. In den letzten Wochen, d.h. von Ende Januar bis Mitte Februar hatte die studentische Widerstandsgruppe ihre Aktivitäten auf zwei Themen konzentriert: Auf den Kriegsverlauf und auf die barbarischen Verbrechen der Nationalsozialisten.

Die "Weiße Rose" sollte nicht einmal ein dreiviertel Jahr agieren, doch ihre Mauerinschriften - vor allem in der Umgebung der Münchner Universität - und ihre insgesamt nur sechs Flugblätter, die vor allem anonym mit der Post verschickt wurden, hatten es in sich. Nie zuvor waren der Krieg und die Verbrechen der Nationalsozialisten so drastisch attackiert worden:

"Der Krieg geht seinem sicheren Ende entgegen. Wie im Jahre 1918 versucht die deutsche Regierung, alle Aufmerksamkeit auf die wachsende U-Bootgefahr zu lenken, während im Osten die Armeen unaufhörlich zurückströmen, im Westen die Invasion erwartet wird. Die Rüstung Amerikas hat ihren Höhepunkt noch nicht erreicht, aber schon heute übertrifft sie alles in der Geschichte seither dagewesene. Mit mathematischer Sicherheit führt Hitler das deutsche Volk in den Abgrund. Hitler kann den Krieg nicht gewinnen, nur noch verlängern." So steht es im "Aufruf an alle Deutschen", dem Flugblatt der "Weißen Rose" vom Januar 1943.

Nachdem davon allein im Stadtkern von München rund 8.000 Exemplare aufgefunden wurden, die in den späten Abendstunden offenbar von mehreren Personen in Haus- und Hofeingängen, auf Bürgersteigen und anderswo ausgestreut worden waren, bildete die Gestapo eine Sonderkommission zur Ergreifung der Täter.

Die Summe der Indizien bei der Fahndung führte die Gestapo im Februar 1943 schließlich auf die Spur der "Weißen Rose". Hans und Sophie Scholl sowie Christoph Probst wurden am 22. Februar 1943 vom sogenannten Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und noch am selben Tage nachmittags gegen 17.00 Uhr im Strafgefängnis München-Stadelheim hingerichtet. Alexander Schmorell, Professor Huber und Willi Graf wurden einige Monate später ebenfalls zum Tode verurteilt und hingerichtet.

So klar wie Sophie Scholl am Ende ihres Lebens gewesen ist und ihre Tat nicht bereute, derart klar ging sie mitnichten durchs Leben. Sie lebte eher zurückgezogen, las Bücher, war schweigsam und trug einen Jungenhaarschnitt. In der Natur und im Glauben fand sie Halt und Kraft. Ihre On-Off-Beziehung mit Fritz Hartnagel war kompliziert und von Unsicherheiten geprägt. Vor dem Widerstand und der Flugblattaktion in der Münchener Universität engagierte sich Sophie Scholl stark im BDM und war Gruppenführerin. Während des Zweiten Weltkriegs führten Berichte von der Front und Gerichtsprozesse gegen ihren Bruder Hans zum Umdenken.

Samstag, 14. Januar 2023

»Die Schatten der Globalisierung« von Joseph Stiglitz

Joseph Stiglitz

Joseph Stiglitz, der Chefvolkswirt und Vize-President der Weltbank sowie langjähriger Berater der US-Regierung wird angesichts des weltweiten Elends großer Teile der Weltbevölkerung zum Globalisierungskritiker.

Die Schatten der Globalisierung des Wirtschafts-Nobelpreisträgers, dessen Titel eine Irreführung darstellt, ist eine äußerst kritische Rückschau - wenn nicht sogar Abrechnung - mit den Praktiken des Internationalen Währungsfonds. Die bürokratischen Betonköppe des Internationalen Währungsfonds (IWF) - die "Anderen" - arbeiten mit den wirtschaftswissenschaftlichen Modellen der Vorkriegszeit, verstehen nichts und führen - ideologisch verblendet - blindlings und unkorrigierbar ein Land nach dem anderen unaufhaltbar in den Ruin.
Der Weltökonom Joseph Stiglitz hat allen Grund zur Sorge, denn die Verteilung des Wohlstandes auf der Welt wird immer ungerechter. Er ist, wie man seinem Buch entnehmen kann, enttäuscht darüber, »dass der IWF diese wirtschaftspolitischen Leitlinien als Selbstzweck betrachtet statt als Mittel zu einem gerechter verteilten und nachhaltigeren Wachstum«.

Es läuft viel schief bei IWF und Weltbank und deren aktiver Gestaltung der Globalisierung in den ärmeren Ländern - ein vermeidbarer Irrtum. Leider sind IWF und Weltbank mit einer verengten ideologischen Perspektive an diese Fragen herangegangen - die Privatisierung sollte schnell, um jeden Preis und unter allen Umständen durchgeführt werden.«

Das ärgert den Weltökonomen, weil: »Die Probleme, die diese gescheiterten Privatisierungen aufwarfen, haben das Konzept der Privatisierung selbst in Misskredit gebracht.« Seines Erachtens »sollen - und können - Regierungen eine Politik verfolgen, die das Wirtschaftswachstum in den Ländern fördert, die aber zugleich dafür sorgt, dass die Früchte dieses Wachstums gleichmäßiger verteilt werden ... damit nicht nur den Reichen, sondern auch den Armen die ihnen gebührende Beachtung geschenkt und damit ein Mindestmaß an ethischer Verantwortung und sozialer Gerechtigkeit gewahrt wird.«

Literatur:

Die Schatten der Globalisierung
Die Schatten der Globalisierung
von Joseph Stiglitz