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Samstag, 3. Dezember 2022

Vom Weltmeister zum Sorgenkind

deutsche Mannschaft

Acht Jahre nach dem Weltmeistertitel von 2014 ist Deutschland zum zweiten Mal hintereinander in der Vorrunde einer WM gescheitert. Der Mythos der Turniermannschaft ist Geschichte.

Alle großen Mannschaften wie Spanien, Argentinien und Frankreich haben ein Spiel vergeigt. Deutschland dummerweise gleich das erste. 'Zuerst hatten sie kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu.' Hätte Spanien gegen Japan gewonnen, dann wären am nächsten Morgen die Kommentarspalten voll des Jubels über das Weiterkommen der deutschen Nationalelf gewesen. Die Jungs haben 4 Tore geschossen.

Nun hat es nicht geklappt und die Kritiker ätzen sich durch die Kommentare in Fernsehen und Kommentarspalten mit unterirdischen Bewertungen. So ist eben Fußball. Mal gewinnt man, mal verliert man. Kann auch zweimal nacheinander passieren.

deutsche Mannschaft

Ein Fußballspiel wird auf dem Platz entschieden, nicht auf der Tribüne. Es hat sich die alte Fussball-Weisheit bestäigt, daß Unruhe im Umfeld die Konzentration auf das Wesentliche stört. Hätten sich die Spieler, der Trainerstab und die Verantwortlichen vom DFB mehr auf das Fußball Spielen konzentriert, hätte das Vorrunden-Aus vermieden werden können.

Das ist es also: Politische Haltung statt Herzblut.
- Die (eigentlich unnötige) Diskussion um die Armbinde hat die Mannschaft und die Gesellschaft gespalten. Vielleicht hätte man sich doch eher auf das Fußballspielen konzentrieren sollen, nicht auf Armbinden. Wer den Fußball hinten anstellt und lieber heuchlerische Aktionen durchzieht scheidet aus. Entscheidend ist das Spiel auf dem Platz nicht irgendwelche Haltung.

Man muss einfach konstatieren, dass Deutschland nicht mehr zur Weltspitze gehört, höchstens zur erweiterten. Das Mittelfeld ist zwar gut besetzt, aber im Sturm fehlt ein echter 9er (Füllkrug hat es aber gut gemacht). Vor allem die Abwehr ist aber nur zweitklassig. 2014 hatten wir neben den genannten auch noch Spieler wie Lahm oder Mertesacker. Auch einen Spielführer wie Schweinsteiger haben wir nicht mehr. Hier wurde seitens des DFB einfach die Nachwuchsarbeit vernachlässigt.

Die Frage wird halt sein, ob man Lehren daraus ziehen wird, aber angesichts der Tatsache, dass die Entwicklung nicht neu ist und in Deutschland vorzeitiges Ausscheiden generell keine Konsequenzen mehr zu haben scheint, wird man das bis zur EM sicher nicht aufholen können.

Einen Vorteil hat das Ausscheiden aber doch: die deutsche Mannschaft wird jetzt keine Zeichen mehr setzen müssen, die anderen haben sich ja eher herausgenommen - das Thema ist vom Tisch.

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