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Dienstag, 30. August 2022

Club of Rome: "Kehrtwende" für lebenswerte Zukunft nötig

Sicht aus dem Weltraum auf die Erde

Eine neue Club-of-Rome-Studie fordert drastische Schritte für eine lebenswerte Zukunft. Derzeit werde die Saat für den Zusammenbruch ganzer Weltregionen gelegt - ohne eine Umverteilung des Reichtums lasse sich die Klimakrise nicht lösen. 

"Grenzen des Wachstums" - bis heute wird mit viel Macht dagegen gehandelt, ignoriert, relativiert und vor allen Dingen die Welt / Erde nicht als das gesehen, was sie ist, sondern in nationales Klein-Klein mit all seinen verheerenden Folgen geredet. Das Verdienst des Beitrages von Elliot Swan besteht darin, das offen auszusprechen, was viele heimlich denken und praktizieren.

Solange die Bewohner der Welt sich nicht auf das besinnen, was sie fernab jeder menschengemachten Grenze sind, nämlich eine Einheit, in der letztendlich jedes Mitglied sich ein Leben in Würde und Wohlergehen wünscht, ist das Versagen vorprogrammiert.

Offensichtlich war es nicht so falsch, was vor 50 Jahren vom "Club of Rome" in einer bemerkenswerten Streitschrift veröffentlicht worden ist - Wachstum muss Grenzen haben. Zur Zeit wird in Deutschland bis Mai das verbraucht, was für ein ganzes Jahr reichen müsste, auf Kosten der Ärmeren (hier und in anderen Teilen der Welt) und der zukünftigen Generationen.

Bemerken wir immer noch nicht die Folgen der Verschwendung - Hitze bis zur Dürre und Wassermangel, Unwetter und Überschwemmungen, "Wirtschafts"flüchtlinge wegen unbewohnbarer Regionen und jetzt noch die Abhängigkeit von Despoten und Kriegsverbrechern? Ist längerfristiges Denken und Planen eine unakzeptable Zumutung?

Verspielt die Welt ihre Zukunt aus Ignoranz vor dem Offensichtlichen? Folgen wir wie Lemminge den Heilsversprechen der Wachstumsideologen und den Verfechtern von Ellenbogengesellschaft und "nur immer weiter so"?

Solange es das Ziel ist, möglichst viel zu haben, besitzen oder zu verdienen, sind wir langfristig verloren. Erst wenn sich die Ziele, die Werte der gesamten Gesellschaft auf dieser Erde verändern, werden wir eine Chance haben. Das höher/weiter/schneller/reicher muss durch andere Werte ersetzt werden.

Wenn man sieht, wie groß der Widerwille bei den Konservativen, Liberalen und den Braunen ist, allein die Klimakatastrophe als Folge von Mißbrauch der natürlichen Ressourcen in Maßlosigkeit und Gier zu erkennen, kommen zu der Gemütskrankheit der Wohlstandsentgrenzung auch noch der offensive Neglect vor persönlicher Verantwortung für all die Zumutungen, die die Erde in den letzten 250 Jahren erdulden mußte, dazu.

Innere Armut schafft die Normalität der Reichen.

Samstag, 6. August 2022

Massenhafter Besucherandrang dank Instagram

Alpen mit Touristen

Die Alpen wollen in ihrer Schönheit und Faszination entdeckt werden. Immer mehr Menschen mit Mobiltelefon lockt es daher in die Berge, wo sie hoffen, schöne Bidler für ihren Instgem-Account machen zu können. Die schönen Bilder locken wiederum zu viele Gäste zu den Hotspots in die Alpen. An vielen Orten in den Alpen ist der Instagram-Tourismus zu einer wahren Landplage geworden.

Ein beliebter Hotpsot der Fotografen ist der Königssee bei Berchtesgaden. Hütte unter Felswand, Kapelle im Abendrot, glasklarer Bergsee: Bilder von beliebten Fotospots im Gebirge erreichen über Instagram und Co. ein riesiges Publikum. Doch jeder Post lockt weitere Besucher an. Quer durch die Alpen erleben Orte einen Massenansturm, deren Folgen vor Ort kaum noch zu bewältigen sind.

Ein Wasserfall wie gemalt. Das Wasser stürzt über Klippen und sammelt sich in einem "natural infinity pool", wie die Badegumpe im Instagram-Deutsch heißt. Man kann darin baden und gleichzeitig auf den Königssee schauen, wo sich die Schiffe vor der berühmten Echowand in Stellung bringen.

Probleme wie die am Königssee sind kein Einzelfall. Viele fotogene Plätze in den Alpen werden durch die Bilder einiger "Influencer", also Meinungsmacher mit großer Reichweite, zu Instagram-Hotspots. Sie erleben einen massenhaften Besucheransturm mit Folgen, die vor Ort kaum noch zu bewältigen sind.

Auch am Schrecksee im Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen gibt es seit Jahren Probleme mit Leuten, die dort verbotenerweise campen, feiern und Müll hinterlassen. Und das, obwohl die Polizei Strafzettel verteilt.

Wo der Ansturm nicht mehr zu bewältigen ist, muss die Polizei die Zufahrtwege und Steige absperren. Dort, wo der Zugangsweg zu gefährlich ist, wird der Weg gesperrt und verboten, um Unfälle zu vermeiden.